Historie

Aus der Geschichte des Dreiseithofes

Die Geschichte des Dreiseithofes in Palingen ist ab ca. 1668 nachvollziehbar. So geschah es, dass Peter Schloiß (*1642 als Sohn des Peter Schlois aus Lockwisch) von Lockwisch nach Palingen zog, um dort 1668 zu heiraten. Der Dreiseithof muss damals schon bestanden haben.

Die Nachkommen des Peter Schloiß heiraten in verschiedene Palinger Höfe mit ein, unter anderem auch dem Dreiseithof.

Im Dorf wurde der Hof, welcher unmittelbar am Mühlenbach liegt, Immenschleuß genannt. „Imme“ ist hierbei der niederdeutsche Ausdruck für „Biene“. Es wird vermutet, dass der Besitzer mehrere Bienenvölker besaß und den Honig sowie den Bienenwachs für hauseigene Zwecke verwendete oder verkaufte.

Catharine Margarethe Kröger wird namentlich als Erbin des Hofes erwähnt und 1814 von Nicolaus Heinrich Schleuß geheiratet. Der daraus hervorgegangene Sohn Hans Joachim Schleuß heiratet 1843 Catharina Maria Mette aus Palingen. Hans Joachim Schleuß war Schulvorsteher der Dorfschule des Ortes, die seit 1658 Bestand hatte und erst 1974 aufgelöst wurde.

1857 baute Hans Joachim Schleuß eine neue Scheune auf seinem Hof, unsere heutige Offenstallscheune. Noch heute sind in den Balken der Scheune seine Inititalien eingeritzt.

Unter anderem wurde dort die Rinderhaltung ausgeübt, so stand 1875 in der Zeitung vom 10. Dezember, dass auf dem Hof von H.J. Schleuß in Palingen die Maulfäule (heutige Bezeichung Maul- und Klauenseuche) ausgebrochen sei. Da die Seuche sehr ansteckend ist und tödlich endet, mussten auch damals alle Tiere getötet werden, was einen großen Verlust für den Betrieb bedeutete.

Das Ehepaar Hans Joachim  und Catharina Maria hatten keine Kinder und aus diesem Grund erbte 1893 der Neffe Hans Joachim Mette aus der Familie der Ehefrau den Besitz. Der Hof befand sich bis vor Kurzem noch in Familienbesitz. Heute gehört die Scheune dem Avalun e.V. und die Hofanlage zur Palingen GbR.

Palingen hatte um 1894 12 Bauernhöfe, 2 Gastwirtschaften sowie 14 Büdnereien, bei 339 Einwohnern.

Quelle